2000: Start in ein neues Jahrtausend
Hurra, wir leben noch!
Ein Gedankenspiel: Was hätte es für ein Produktionsinstitut mit starkem Digitalfokus bedeutet, wenn der Millennium-Bug durchgeschlagen hätte? Das sogenannte Y2K-Problem war entstanden, weil in der Frühzeit des Computerzeitalters aus Speichergründen Jahreszahlen zweistellig dargestellt wurden – »99« statt »1999«. Da diese Praxis sich tief in die Systeme eingegraben hatte und nicht überall zuverlässig behoben werden konnte, bestand die Sorge, dass der Übergang von »99« zu »00« fälschlich als Wechsel zu 1900 interpretiert würde, was schwerwiegende Konsequenzen für datengetriebene und computergesteuerte Prozesse gehabt hätte.
Im Fraunhofer IPK mit seinen zahlreichen, hochsensiblen Maschinensystemen ist schon ein einfacher Stromausfall ein Problem, da ein plötzliches Abschalten schwere Anlagenschäden nach sich ziehen kann. Bei den vielen digitalen Projekten, etwa zu Mustererkennung oder Condition Monitoring, drohte noch Schlimmeres: Datenreihen hätten korrumpiert und uninterpretierbar werden können. In einem extremen Krisenszenario hätten zudem Maschinen nicht mehr oder fehlerhaft auf Eingaben reagiert und wären dadurch beschädigt worden. Weiter denken wir nicht, denn zum Glück kam es anders. Der Jahreswechsel 1999 zu 2000 verlief am Fraunhofer IPK so reibungslos wie anderswo – und das neue Jahrtausend brachte für das Institut nach innen wie außen Veränderungen, die den Boden ebneten für ein erfolgreiches Jahrzehnt, in dem die kumulierten Jahresergebnisse des Instituts ebenso wieder anstiegen wie die Mitarbeiterzahlen.
Zaun weg, Türen auf: Schaut, was wir machen!
Apropos »ebnete«: Auf älteren Fotos ist zu sehen, dass das PTZ viele Jahre lang eingezäunt war. Der Zaun umschloss das ganze Gelände und machte die Pascalstraße auf Höhe der Kucharskistraße unpassierbar. Der Zugang erfolgte über ein Pförtnerhaus vor der Schlesingerstraße. Die Einfriedung war eine Sicherheitsmaßnahme: Während der Bauphase war am 29. April 1985 im Rohbau des Versuchsfelds ein Sprengsatz explodiert, ein weiterer zündete kurz vor der Gebäudeeinweihung 1986 auf Professor Spurs Privatgrundstück. Die Hintergründe wurden nie ganz geklärt, doch Kritik an gemutmaßten Forschungsinhalten sind die plausibelste Erklärung.
Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik