Grußworte zu 50 Jahren Fraunhofer IPK

Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin

© Yves Sucksdorff / Senatskanzlei
»Heute ist das Institut eine ­bedeutsame ­Institution der Wissenschafts- und Forschungsmetropole Berlin und trägt viel zur Anziehungskraft unseres Standorts bei.«

Ich gratuliere herzlich zum 50-jährigen Bestehen des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK.

50 Jahre Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik bedeutet ein halbes Jahrhundert Spitzenforschung, anwendungsorientierte Wissenschaft, Technologietransfer und Entwicklung innovativer Produktionsmittel und -methoden für die Wirtschaft. In diesen 50 Jahren haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer IPK zahlreiche innovative Produkte und Verfahren entwickelt, entdeckt und erfunden – darunter Maschinen, Roboter und Automaten. Damit haben sie teils bahnbrechende Beiträge zum wissenschaftlichen und technischen Fortschritt geleistet.

Aus einer kleinen Keimzelle, die 1976 gegründet wurde, wuchs innerhalb weniger Jahre ein großes Institut, das viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anzog. Schon zur Zeit der Teilung Berlins und Deutschlands hatte das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik eine Strahlkraft weit über Westberlin hinaus. In den folgenden Jahrzehnten gewann das Institut auch international an Bedeutung. Das zeigt auch die ausgeprägte Internationalität des Teams des Fraunhofer IPK. Heute ist das Institut eine bedeutsame Institution der Wissenschafts- und Forschungsmetropole Berlin und trägt viel zur Anziehungskraft unseres Standorts bei. Für diese Leistungen danke ich allen früheren und heutigen Beschäftigten des Fraunhofer IPK.

Das hochmoderne Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik steht in der Tradition Joseph von Fraunhofers. Wie der Namensgeber der Fraunhofer-Gesellschaft schon Anfang des 19. Jahrhunderts, zeichnet das Fraunhofer IPK sich besonders durch seine anwendungsbezogene Forschung aus. Seine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen gezielt mit Blick auf den Bedarf der Wirtschaft. Und sie schaffen es, gemeinsam mit Unternehmen ihre Lösungen in der Produktion umzusetzen. Dieser Ansatz wird für die Zukunft unserer Wirtschaft entscheidend sein.

Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute, Innovationskraft und viel Erfolg.

Prof. Dr. Fatma Deniz, Präsidentin der Technischen ­Universität Berlin

Die großen Herausforderungen der Produktion erfordern Menschen und Institutionen, die unterschiedliche Kompetenzen zusammenbringen. Die Verbindung zwischen dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK und der Technischen Universität Berlin zeigt seit beinahe fünf Jahrzehnten, welche Kraft darin liegt.

1976 begann in Berlin die Geschichte des heutigen Fraunhofer IPK. Kurz darauf legte der Kooperationsvertrag zwischen Fraunhofer und TU Berlin den Grundstein für eine Verbindung, die weit über gemeinsame Projekte hinausgeht. Mit dem Produktionstechnischen Zentrum (PTZ) Berlin erhielt diese Verbindung 1986 einen gemeinsamen Ort. Die gemeinsame Weiterentwicklung der Produktionstechnik stellte der damalige TU-Präsident Manfred Fricke bei der Schlüsselübergabe in den Mittelpunkt – ein Gedanke, der das gemeinsame Handeln bis heute prägt. Zwischen Maschinenhalle, Laboren und Seminarräumen liegen oft nur wenige Schritte. Was wissenschaftlich entwickelt wird, lässt sich unmittelbar erproben. So greifen Forschung, Lehre und Transfer ineinander.

Die Stärke dieses Modells liegt in der Forschung: Exzellenz entsteht dort, wo unterschiedliche Expertise zusammenkommt und Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Von automatisierten Fertigungslösungen bis zu Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz hat das Fraunhofer IPK technologische Entwicklungen über Jahrzehnte mitgeprägt. Themen wie Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Wertschöpfung und integrierte Produkt-Service-Systeme wurden früh aufgegriffen und weiterentwickelt. Dafür stehen die Sonderforschungsbereiche 281 und 1026 sowie der Transregio 29. Längst reicht diese Verbindung über das PTZ hinaus. Im Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science arbeiten TU Berlin, Fraunhofer IPK und weitere Partner an Lösungen für die Produktion der Zukunft. Neben der Forschung profitiert auch die Lehre von dieser engen Verbindung. Gemeinsame Professuren verbinden universitäre Forschung mit industrieller Anwendung und eröffnen Studierenden früh Einblicke in anwendungsorientierte Fragestellungen. 

Produktion und Industrie verändern sich erneut grundlegend – von der Kreislaufwirtschaft bis zur Künstlichen Intelligenz. Im PTZ werden Forschungsergebnisse schneller zu neuen Produktionsverfahren, Technologien und industriellen Anwendungen. Ich gratuliere dem Fraunhofer IPK herzlich zu seinem 50-jährigen Bestehen. Mein Dank gilt allen Mitarbeitenden, Studierenden, Partnerinnen und Partnern sowie Alumni, die diese Verbindung seit Jahrzehnten mit Leben füllen. Ich freue mich darauf, diesen Weg fortzusetzen. Denn auch die großen Aufgaben der Zukunft können wir nur gemeinsam lösen.

© Philipp Arnoldt
»Exzellenz entsteht dort, wo unterschiedliche Expertise zusammenkommt und Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.«

Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft

© Fraunhofer / Stefan Obermeier
»Die Bedeutung des Fraunhofer IPK für die deutsche Wirtschaft liegt in der ­konsequenten Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige ­Lösungen.«

Vor einem halben Jahrhundert begann 1976 die Erfolgsgeschichte des Fraunhofer IPK in Berlin, einer geteilten Stadt. Die Vision war, Produktion neu zu denken. So wie später Berlin zusammenwuchs, brachte auch das Fraunhofer IPK zwei bis dato getrennte Welten zusammen: die Produktions- und die digitale Welt. Damit war es einer der Pioniere der Industrie 4.0.

Die Bedeutung des Fraunhofer IPK für die deutsche Wirtschaft liegt in der konsequenten Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Lösungen. Das Institut hat über Jahrzehnte hinweg dazu beigetragen, Produktionsprozesse effizienter, flexibler und nachhaltiger zu gestalten – und damit die Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Unternehmen gestärkt. Möglich wurde dies durch den Innovations- und Unternehmergeist der Forschenden sowie durch die mutigen Visionen der beiden prägenden Institutsleitungen Professor Spur und Professor Uhlmann. Bereits in den 80er und 90er Jahren war die Automatisierung der gesamten Produktion das Ziel von Professor Spur. Maschinen wurden zunächst mit Computersteuerungen versehen, die dann miteinander verkettet wurden, um Teilprozesse zu automatisieren. Unter Professor ­Uhlmann formte sich aus diesem Gedanken ab 1997 die digital integrierte Produktion, die alle Bereiche vom Produktdesign über Auftragsabwicklung und Fertigungslogistik bis zur Herstellung in zusammenhängende Systeme integriert.

Im Bereich Digitale Zwillinge und Simulation werden die Vorteile dieser Digitalisierung besonders deutlich. Viele Firmen nutzen die virtuellen Abbilder heute, um Produkte und Produktionsprozesse über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg wesentlich effizienter zu analysieren und zu optimieren. Ein anderes Beispiel ist die kognitive Robotik: Durch die Verbindung von Sensorik, KI und Robotik ermöglicht das Fraunhofer IPK Automatisierungslösungen auch für komplexe und variable Produktionsumgebungen, die Produktivität erhöhen und neue Einsatzfelder eröffnen. Erfolgreich entwickelten die Forschenden in Berlin – eng verzahnt mit der Industrie – auch 3D-Druck und neue Fertigungsverfahren mit und prägen bis heute durch ihre Ideen die nachhaltige und kreislauffähige Produktion.

Kurz: Dieses Jubiläum steht für ein halbes Jahrhundert angewandter Forschung im Dienst der industriellen Wertschöpfung und für erfolgreichen Technologietransfer. Genau das ist die DNA der Fraunhofer-Gesellschaft. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden des Fraunhofer IPK sowie den Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Ihr Engagement hat das Institut zu dem gemacht, was es heute ist: ein starker Innovationsmotor für die deutsche Industrie. Ich gratuliere herzlich zum 50. Jubiläum – und freue mich auf die nächsten Impulse für die Produktion von morgen.

Sven Weickert, Stellvertretender Haupt­geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e. V. (UVB)

Die Industrie der Hauptstadtregion gratuliert herzlich zum Gründungsjubiläum!

Mit seiner angewandten Produktionsforschung ist das Fraunhofer IPK seit Jahrzehnten ein zentraler Impulsgeber für industrielle Wertschöpfung – in Berlin und Brandenburg, in Deutschland und weit darüber hinaus.

Das Jubiläumsmotto »Reinventing Production« spiegelt zugleich auch den Wandel der regionalen Industrie in den vergangenen fünfzig Jahren wider: von der subventionierten Fertigung in der geteilten Stadt hin zu einer hoch innovativen, global wettbewerbsfähigen Produktionslandschaft.

Das Fraunhofer IPK steht nicht nur für erfolgreiche Unternehmensprojekte, sondern ebenso für große industriepolitische Initiativen in unserer Region: von der Maschinenbau-Initiative der 1990er Jahre über den Aufbau des MRO-Clusters ab 2010 bis hin zum heutigen Transfernetzwerk Automotive – als anwendungsorientierter Wissenschaftspartner ist das Fraunhofer IPK für die Industriepolitik in Berlin und Brandenburg unentbehrlich.

Die herausragende Performance des Fraunhofer IPK wäre ohne das Engagement und die Leidenschaft seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter undenkbar. Ihnen gilt unser besonderer Dank. Zugleich möchten wir mit Professor ­Günter Spur und Professor Eckart Uhlmann zwei große Persönlichkeiten würdigen: Sie haben mit strategischem Weitblick, herausragender Expertise und großer Durchsetzungskraft das Fraunhofer IPK maßgeblich geprägt und seine Erfolgsgeschichte erst möglich gemacht.

Die nächste, KI-getriebene Transformation der Industrie ist schon in vollem Gange. Mit dem Fraunhofer IPK an ihrer Seite werden die Industrieunternehmen in Berlin und Brandenburg auch diesen Wandel erfolgreich gestalten.

»Mit seiner angewandten Produktionsforschung ist das Fraunhofer IPK seit Jahrzehnten ein zentraler Impulsgeber für industrielle Wertschöpfung.«

Prof. Dr. Christoph Herrmann, Vorsitzender des Fraunhofer-Verbunds Produktion

© Fraunhofer IST
»Das Fraunhofer IPK übernimmt Verantwortung, bringt Institute zusammen und macht aus wissenschaftlicher Expertise praktische Wirkung.«

Ein halbes Jahrhundert Fraunhofer IPK steht für wissenschaftliche Exzellenz, gelebten Transfer und den Mut, Produktion immer wieder neu zu denken. Was mit wenigen Mitarbeitenden begann, entwickelte sich zu einem international anerkannten Zentrum der angewandten Produktionsforschung. Das ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte – für Berlin, für Fraunhofer und für die Produktionstechnik in Deutschland.

Das Fraunhofer IPK hat früh erkannt, dass moderne Produktion mehr ist als Mechanik und Fertigungstechnik. Sein besonders starker informationstechnischer Fokus hat das Institut zu einem Wegbereiter der Smart Factory gemacht – lange bevor der Begriff Industrie 4.0 geprägt wurde. Mit der digital integrierten Produktion hat das Fraunhfoer IPK eine eigene, ganzheitliche Antwort formuliert: Daten, Methoden und Technologien werden so verbunden, dass Produktion effizienter, ressourcenschonender und zugleich konsequent am Menschen ausgerichtet ist.

Diese Haltung ist heute aktueller denn je. Datenbasierte Vernetzung, Digitale Zwillinge und die Verbindung künstlicher Intelligenz mit tiefem Domänenwissen gehören zu den besonderen Stärken des Instituts. Ob im Leistungszentrum »Digitale Vernetzung«, bei Gaia-X und Catena-X, beim Digitalen Produktpass oder in Manufacturing-X und Aerospace-X: Das Fraunhofer IPK gestaltet vertrauenswürdige Datenräume, neue Formen industrieller Zusammenarbeit und eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft aktiv mit.

Ein hervorragendes Beispiel dafür ist auch das vom Fraunhofer IPK geleitete Fraunhofer-Leitprojekt EMOTION. Es fragt, wie resiliente Produktionssysteme entstehen können, in denen Menschen, intelligente Maschinen und Produkte synergetisch zusammenarbeiten. Das Leitbild empathischer Produktionssysteme verbindet technologische Leistungsfähigkeit mit Lernfähigkeit, Anpassungsvermögen und menschlicher Kompetenz. Genau solche Ansätze brauchen wir in einer Zeit tiefgreifender technologischer, wirtschaftlicher und geopolitischer Veränderungen.

Auch über klassische Produktionsfelder hinaus setzt das Fraunhofer IPK wichtige Akzente: in der Gesundheitswirtschaft, etwa durch Ultra- und Hochpräzisionstechnik, additive Fertigungsverfahren und automatisierte Anlagen für die Herstellung mRNA-basierter Arzneimittel und Impfstoffe. Ebenso steht die langjährige Zusammenarbeit mit Brasilien beispielhaft für die internationale Ausstrahlung des Instituts und für die Stärke synergetischer Kooperationen innerhalb des Fraunhofer-Verbunds Produktion.

Besonders freue ich mich über die enge Zusammenarbeit in unserer Nachhaltigkeitsinitiative – von der gemeinsamen Strategieentwicklung bis hin zu konkreten Industrieprojekten und Leistungsangeboten. Das Fraunhofer IPK übernimmt Verantwortung, bringt Institute zusammen und macht aus wissenschaftlicher Expertise praktische Wirkung.

Das Jubiläumsmotto »50 Jahre Reinventing Production« beschreibt deshalb nicht nur die Vergangenheit. Es ist ein Auftrag für die Zukunft. Produktion neu zu erfinden bedeutet heute, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenzudenken, Resilienz aufzubauen, Kreisläufe zu schließen und den Menschen nicht an den Rand, sondern in das Zentrum der Transformation zu stellen. Das Fraunhofer IPK hat dafür beste Voraussetzungen: exzellente Mitarbeitende, starke Partner, eine lebendige wissenschaftliche Tradition und den Mut, neue Wege zu gehen.

Im Namen des Fraunhofer-Verbunds Produktion danke ich allen, die diese Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben: den heutigen und ehemaligen Mitarbeitenden, den Institutsleitungen, den Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie allen Förderern und Wegbegleitern. Sie alle haben dazu beigetragen, dass aus einer mutigen Idee in Westberlin ein Institut mit internationaler Strahlkraft geworden ist.

Dem Fraunhofer IPK wünsche ich für die kommenden 50 Jahre weiterhin Neugier, Gestaltungswillen, exzellente Forschung und erfolgreiche Kooperationen. Bleiben Sie ein Ort, an dem aus Ideen Anwendungen werden, aus Daten Wissen und aus Zusammenarbeit Fortschritt.

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Fleischer, Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP)

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»Die Produktionswissenschaft entfaltet dann ihre größte Wirkung, wenn Grundlagenforschung und anwendungsnahe Forschung eng miteinander verzahnt sind. Genau das zeigt das Fraunhofer IPK seit 50 Jahren.«