1980: Vom »IPA-Berlin« zum »Fraunhofer IPK«
Berlin wird Fraunhofer-Land
Spulen wir noch einmal zurück und erinnern uns: 1976 nahm man an, dass die UdSSR Fraunhofer in Berlin nicht akzeptieren würde und gründete das von Prof. Spur geplante Institut für Produktionstechnik als Außenstelle des Stuttgarter Fraunhofer IPA. Dieses Konstrukt hatte jedoch von Anfang an nur formalen Charakter. Tatsächlich betrachtete sich das IPA-Berlin immer als eigenständig handelnde Einheit, wie sich zwischen den Zeilen aus dem ersten Jahresbericht des jungen Instituts herauslesen lässt. Hier heißt es, zur inhaltlichen Abstimmung des Stuttgarter sowie des Berliner Institutsteils sei eine gemeinsame Institutsleitung gebildet worden, bestehend aus Prof. Hans-Jürgen Warnecke für Stuttgart und Prof. Günter Spur für Berlin. Beide hätten jedoch »aus Gründen der Praktikabilität auf eine Verantwortlichkeit für den jeweils anderen Institutsbereich verzichtet«.
Drei Jahre lang war Fraunhofer auf diese Art in Westberlin aktiv, ohne dass es Widerspruch vonseiten der Sowjetunion oder der DDR gab. Mutmaßlich machten sich daher vor allem Vertreter der USA für die Eigenständigkeit des Instituts stark. Als prominenter Unterstützer in diesem Zusammenhang wird der US-Diplomat John C. Kornblum betrachtet. Der spätere US-Botschafter in Deutschland blieb dem Institut auch in seiner weiteren Laufbahn verbunden und hielt unter anderem eine Grußbotschaft beim Produktionstechnischen Kolloquium (PTK) 1998.
Und so wurde schließlich de jure umgesetzt, was de facto schon gegeben war: Im Lauf des Jahres 1979 erklärte Westberlin seine Bereitschaft, sich an der Bund-Länder-Finanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft zu beteiligen. So konnte das IPA-Berlin zum 1. Januar 1980 eigenständig werden. Seitdem trägt es den Namen »Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK«.
Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik