1990: Jahre des Umbruchs im Kielwasser der Wiedervereinigung
Mitarbeit am Aufbau Ost
Die Geschichte des Fraunhofer IPK in den 1990er Jahren lässt sich nicht erzählen ohne einen Blick auf die allgemeine Umbruchsituation nach Mauerfall und Wiedervereinigung. Diese Ereignisse hatten Prozesse in Gang gesetzt, die die Arbeit im Institut maßgeblich beeinflussen sollten. Zum einen beteiligte sich das Institut nach 1990 intensiv am »Aufbau Ost«. Zum anderen bewirkten die allgemeine Rezession in der Bundesrepublik sowie der Wegfall der Berlinförderung einen Strukturwandel in der Auftraggeberschaft des Instituts, der sich unmittelbar auf dessen Forschung auswirken sollte.
An Aufbauarbeit war nach der Wiedervereinigung sowohl in der Industrie als auch in der Forschung viel zu tun, und das Fraunhofer IPK war in beiden Bereichen aktiv. Von 1992 bis 1996 unterhielt das Institut eine Außenstelle in Berlin Mitte, wo Wissenschaftlerinnen und Ingenieure der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR Erfahrungen in der Projektakquisition und Zusammenarbeit mit Industriepartnern sammeln konnten. Teile der Außenstellen-Belegschaft wurden nach 1996 in das Fraunhofer IPK übernommen.
Gleichzeitig unterstützten verschiedene Initiativen ostdeutsche Produktionsbetriebe auf dem Weg in die Marktwirtschaft. Schon 1990 wurden die CIM-Technologietransferzentren um vier Standorte in Ostdeutschland ergänzt. Das seit 1988 am PTZ beheimatete CIM-TT Zentrum Berlin übernahm die Koordination und unterstützte den Aufbau der Standorte in Chemnitz, Dresden, Magdeburg und Wismar. Zudem initiierte es die Einrichtung eines »Investitionsmarkts Berlin-Brandenburg« unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Jürgen W. Möllemann. Der Investitionsmarkt sollte Investoren Informationen über die Landkreise Berlin-Brandenburgs und über zu privatisierende Unternehmen sowie technologieorientiertes Management-Know-how des PTZ vermitteln. Zur gleichen Zeit arbeitete ein Zentrum für Werkstattorientierte Programmierverfahren, im Fraunhofer IPK bekannt als »WOP-Zentrum« daran, die Programmierung von Anlagen auf dem Shopfloor mit grafisch-interaktiven Eingabemethoden zu vereinfachen. Die Angebote des Zentrums wurden nach 1990 vor allem von Interessenten aus den neuen Bundesländern angenommen.
Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik