Induz – Deep Decarbonisation Innovation for Steel and Cement Industries in Brazil

Transformation der Stahl- und Zementindustrie in Brasilien

Die Stahl- und Zementindustrie zählen zu den emissionsintensivsten Industriezweigen Brasiliens und verursachen einen wesentlichen Anteil der industriellen Treibhausgasemissionen des Landes. Gleichzeitig spielen beide Sektoren eine zentrale Rolle für Infrastruktur, industrielle Wertschöpfung und wirtschaftliche Entwicklung. Mit den nationalen Klimazielen Brasiliens und neuen regulatorischen Rahmenbedingungen steigt der Transformationsdruck auf energieintensive Industrien deutlich.

Gleichzeitig bietet Brasilien aufgrund seines hohen Anteils erneuerbarer Energien und seiner industriellen Innovationspotenziale günstige Voraussetzungen für die Entwicklung klimakompatibler Produktionssysteme. Für die Umsetzung tiefgreifender Dekarbonisierungslösungen fehlen jedoch häufig technologische Erfahrungswerte, industrielle Demonstrationsprojekte sowie methodische Ansätze zur Bewertung und Umsetzung geeigneter Transformationspfade.

Vor diesem Hintergrund unterstützt das Programm Induz die Entwicklung und Demonstration innovativer Dekarbonisierungslösungen für die brasilianische Stahl- und Zementindustrie. Ziel ist es, technologische Innovationen, industrielle Demonstrationsvorhaben, Kompetenzaufbau und internationale Kooperationen zusammenzuführen, um die Transformation energieintensiver Industrien langfristig zu beschleunigen.

Technologiepfade für die industrielle Dekarbonisierung

Das Projekt untersucht technologische Optionen zur Reduktion industrieller Treibhausgasemissionen in der Stahl- und Zementproduktion. Dabei werden unterschiedliche Transformationsansätze betrachtet, darunter Elektrifizierung industrieller Prozesse, alternative Brenn- und Rohstoffe, Wasserstofftechnologien, Kreislaufwirtschaftsansätze sowie Carbon Capture, Utilisation and Storage (CCUS).

Im Mittelpunkt steht die Bewertung technologischer Machbarkeit, industrieller Skalierbarkeit und standortspezifischer Umsetzbarkeit im brasilianischen Kontext.

Entwicklung von Dekarbonisierungs-Roadmaps

Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf der Entwicklung technologieorientierter Roadmaps für industrielle Transformationsprozesse. Diese unterstützen Unternehmen dabei, geeignete Dekarbonisierungspfade für konkrete Produktionsstandorte zu identifizieren und Investitionsentscheidungen systematisch vorzubereiten.

Dabei werden unter anderem Technologie-Reifegrade, Integrationsmöglichkeiten in bestehende Produktionssysteme sowie Potenziale zur Emissionsminderung berücksichtigt.

Demonstrationsprojekte und Kompetenzaufbau

Zur Beschleunigung industrieller Innovationen unterstützt das Programm die Entwicklung von Pilot- und Demonstrationsprojekten für emissionsarme Produktionsverfahren. Ziel ist es, praktische Erfahrungen mit neuen Technologien zu schaffen und ihre industrielle Anwendbarkeit unter realen Bedingungen zu erproben.

Parallel dazu werden institutionelle Kompetenzen für industrielle Dekarbonisierung gestärkt, unter anderem durch den Aufbau des Competence Development Centre (CDC), Trainingsprogramme sowie internationale Wissens- und Technologietransfers.

Internationale Zusammenarbeit und industrielle Transformation

Induz verbindet Industrie, Forschungseinrichtungen, politische Institutionen und Finanzierungsakteure in einem gemeinsamen Transformationsprozess. Durch internationale Kooperationen und technologiebezogene Innovationspartnerschaften sollen langfristige Rahmenbedingungen für klimakompatible Industrieproduktion geschaffen werden.

Das Programm leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung nationaler Klimaziele Brasiliens und unterstützt gleichzeitig die Entwicklung international anschlussfähiger industrieller Transformationsstrategien für schwer dekarbonisierbare Industriezweige.

Die Projektpartner

Das Projekt wird von einem internationalen Konsortium aus Forschungsorganisationen, Industrieakteuren und institutionellen Partnern umgesetzt. Gemeinsam werden technologische und methodische Ansätze zur industriellen Dekarbonisierung entwickelt und unter realen Bedingungen erprobt. Ziel ist es, wissenschaftliche Expertise, industrielle Anwendung und institutionelle Umsetzung eng miteinander zu verbinden.

Koordination:

  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)

Implementierungspartner:

  • National Service for Industrial Training (SENAI)
  • Brazilian Company of Research and Industrial Innovation (EMBRAPII)
  • United Nations Industrial Development Organization (UNIDO)
  • Fraunhofer-Gesellschaft
  • Brazilian Development Bank (BNDES)
  • Financiadora de Estudos e Projetos (Finep)
  • Associação Brasileira de Concursos Públicos (ABCP)
  • Confederação Nacional da Indústria (CNI)
  • National Union of the Cement Industry
  • Brazil Steel Institute
  • Brazilian Association of Metallurgy, Materials and Mining (ABM)

Leistungen des Fraunhofer IPK

Das Fraunhofer IPK unterstützt das Programm durch technische Beratung, methodische Entwicklung, Qualifizierung sowie unabhängige technische Bewertungen im Bereich der industriellen Dekarbonisierung.

Methodische Unterstützung für Transformationsstrategien

Das Fraunhofer IPK unterstützt die Weiterentwicklung methodischer Ansätze zur Planung industrieller Dekarbonisierungspfade. Dabei werden bestehende Vorgehensweisen strukturiert weiterentwickelt und um internationale Erfahrungen ergänzt. Ziel ist es, die Vergleichbarkeit und Anwendbarkeit von Transformationsstrategien im industriellen Kontext zu stärken.

Kompetenzaufbau und Wissenstransfer

Ein zentraler Beitrag liegt im Aufbau und in der Weitergabe von Fachwissen im Bereich industrieller Dekarbonisierung. Dies erfolgt durch Trainings, Workshops und den Austausch mit lokalen Partnern. So werden bestehende Kompetenzen im brasilianischen Innovationssystem gezielt gestärkt.

Fachliche Begleitung von Innovationsvorhaben

Ein weiterer Beitrag liegt in der fachlichen Begleitung ausgewählter Innovations- und Demonstrationsvorhaben. Diese Projekte werden hinsichtlich ihrer technischen Umsetzbarkeit und ihres Beitrags zur Dekarbonisierung bewertet und weiterentwickelt.

Ziel ist es, die Qualität und Verlässlichkeit neuer Ansätze zu stärken und deren Anwendung in der Industrie zu unterstützen.

Internationale Zusammenarbeit und Vernetzung

Darüber hinaus trägt das Fraunhofer IPK zur Einbindung internationaler Erfahrungen und Partnernetzwerke bei. Relevante Ansätze aus vergleichbaren industriellen Transformationsprozessen werden identifiziert und nutzbar gemacht. Dadurch wird der Wissenstransfer zwischen Brasilien und globalen Innovationskontexten gestärkt.

Interessant für:

  • Produzierende Industrie
  • Nachhaltigkeitsbeauftragte
  • Technologieanbieter
  • Stahlindustrie
  • Zementindustrie

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