Ausgangslage
Handwerksbetriebe treffen täglich Entscheidungen zu Reparatur, Austausch oder Weiterverwendung von Produkten. Dabei fehlen häufig relevante Informationen zu Produktzustand, Material, Nutzung und Servicehistorie oder diese Informationen liegen nur fragmentiert vor. Dies erschwert die wirtschaftliche Bewertung zirkulärer Optionen, sodass diese oft nicht umgesetzt werden.
Lösungsansatz
Das Projekt entwickelt ein kollaboratives Produkt-Service-System rund um einen erweiterten digitalen Produktpass. Dieser verknüpft Produkt-, Betriebs- und Servicedaten über den gesamten Lebenszyklus und ermöglicht einen datensouveränen Austausch zwischen Industrie, Handwerk und weiteren Akteuren.
Der digitale Produktpass wird kontinuierlich um Service- und Zustandsdaten erweitert. Konfiguratoren unterstützen die Bewertung zirkulärer Strategien wie Reparatur, Refurbishment oder Upgrade. Dabei werden Produkt- und Serviceparameter mit wirtschaftlichen und ökologischen Kennzahlen verbunden.
Mehrwert...
...für das Handwerk
Handwerksbetriebe können fundierte Entscheidungen auf Basis vollständiger Daten treffen statt auf Einzelfallabschätzungen angewiesen zu sein. Der Aufwand bei Reparatur, Wartung und Ersatzteilbeschaffung wird reduziert. Zudem entstehen neue, tragfähige zirkuläre Service- und Geschäftsmodelle.
...für Industrie und Wertschöpfungsnetzwerke
Die Industrie erhält strukturierte Rückkopplung aus Nutzung und Service für die Entwicklung und das Produktdesign. Bestehende Geschäftsmodelle lassen sich um zirkuläre Services erweitern (zirkuläre Geschäftsmodelle). Die verbesserte Datenbasis unterstützt Design-for-Repair und Design-for-Circularity.
Ergebnisse und Wirkung
Das Projekt liefert praxisvalidierte Demonstratoren und ein übertragbares Referenzmodell, das sich auf zahlreiche Handwerksbranchen skalieren lässt. Es leistet einen konkreten Beitrag zur digitalen Transformation und zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft.