FUTUR: Der Service rund um das eigentliche Produkt wird immer wichtiger. Welche Trends beobachten Sie hier?
Geißler:
Unsere Werkzeugmaschinen erreichen oftmals eine Lebensdauer von über 20 Jahren – ein guter Service rund um die Maschine ist daher entscheidend. Wir sind mit unseren Kunden im engen Austausch, um unser Angebot bestmöglich auf ihre individuellen Anforderungen abzustimmen.
Wir bieten zahlreiche Services für unsere Maschinen: von Automations- und Digitalisierungslösungen über diverse Nachhaltigkeitsoptionen und Peripheriegeräte von zertifizierten Partnern bis hin zu Retrofit-Optionen oder die Inzahlungnahme am Ende des Lebenszyklus einer Maschine. Abgerundet wird dies durch Finanzierungs- und Trainingsangebote. Kurz gesagt: Unsere Kunden erhalten alles, was sie brauchen, aus einer Hand.
Bei klassischen Wartungs- und Reparaturfällen spielt zunehmend die Schnelligkeit eine wichtige Rolle: Kunden erwarten innerhalb von 24 Stunden eine Antwort. Entsprechend setzen wir neben der kontinuierlichen Stärkung und Weiterbildung unserer MRO-Mitarbeiter auf digitale Tools, zum Beispiel die KI-gestützte Erkennung und Planung von »Predictive Maintenance« oder unser Kundenportal my DMG MORI. my DMG MORI fungiert dabei als umfassendes digitales Kundencenter – von der Störungsbehandlung bis zur Technologieoptimierung. Eine der bedeutendsten Neuerungen ist der Selfservice: Auf Basis von Fehlercodes erhalten Anwender konkrete Anleitungen zur eigenständigen Problemlösung. Diese Funktionalität reduziert nicht nur Ausfallzeiten, sondern stärkt auch die Autonomie der Anwender im Umgang mit unseren Hightech-Maschinen.
FUTUR: Was müssen deutsche Maschinenhersteller tun, um auch in Zukunft ihren Marktanteil zu sichern und ihre Innovationsführerschaft zu behaupten?
Geißler:
Als Maschinenhersteller müssen wir unsere Kunden auf dem Weg zu einer zukunftsorientierten Produktion unterstützen und ihnen dabei helfen, ihre Fertigungsprozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Dabei gilt: Der Mensch ist immer im Zentrum, wenn es darum geht, Innovationen zu schaffen, Technologien weiterzuentwickeln und Kundenlösungen zu finden. In Kooperation und Co-Kreation steckt enormes Potenzial – intern wie extern. Intern setzen wir auf kontinuierlich hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung und ermöglichen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen intensiven Austausch, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und voneinander zu lernen. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen, um immer die beste Lösung für sie zu entwickeln. Wir kooperieren mit Partnern, um gemeinsam Innovationen zu schaffen. Langfristig erfolgreich und führend bei Innovationen kann nur bleiben, wer starke Partnerschaften hat und bereit ist, immer weiter zu lernen.