Blockchain und Industrie 4.0

© Fraunhofer IPK
Blockchain-basiertes Produktionsnetzwerk

Industrielle Fertigungsprozesse erzeugen große Mengen an Prozess- und Sensordaten, von denen ein Großteil derzeit ungenutzt bleibt. Ein wichtiger Grund für diese verpasste Chance ist, dass Unternehmen verständlicherweise davor zurückschrecken, sensible Prozessdaten über zentral angreifbare Webdienste zur Nutzung zur Verfügung zu stellen. Distributed Ledger-Technologien (kurz: DLT) wie Blockchain bieten die Möglichkeit, eine Vertrauensbasis zwischen Parteien mit sehr unterschiedlichen Interessen zu schaffen. Ein Team am Fraunhofer IPK erforscht, wie diese Technologien produzierende Unternehmen befähigen können, Prozessdaten sicher und effizient über Unternehmensgrenzen hinweg zu nutzen.

In Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Contact Software oder Unibright erforschen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedene Aspekte dieses komplexen und vielversprechenden Feldes, wie zum Beispiel

  • die Bereitstellung von Datensicherheit für additive Fertigungsprozesse,
  • die Entwicklung eines Hyperledger Fabric-Demonstrators und dessen Übertragung auf die Richtlinien des Baseline Protocol (Baselining),
  • die Erweiterung des Demonstrators um die Integration in SAP,
  • die Automatisierung und den Bürokratieabbau bei Maschinenwartungen und Bestellvorgängen.

Im Mai 2020 trat das Fraunhofer IPK dem Specifications Steering Committee (SSC) des Baseline Protocol bei. Nun arbeitet das Fraunhofer-Team mit Unibright zusammen, um das Potenzial des Baseline Protocol für die Fertigungsindustrie zu erforschen. In Folgeprojekten sollen gemeinsam mit produzierenden Unternehmen gemeinsame Standards für den Einsatz öffentlicher Blockchains als gemeinsame, immer verfügbare Referenz für den Nachweis konsistenter Daten in Industrie 4.0 und IoT entwickelt werden.

Vertrauen 4.0

Blockchain und DLT versprechen zahlreiche Vorteile bei der Digitalisierung von Fertigungsprozessen: von mehr Transparenz in Echtzeit bis hin zu einem höheren Automatisierungsgrad. Konkret bedeutet dies, dass Durchlaufzeiten verkürzt, die Maschinenauslastung erhöht und die Bürokratie hinter Bestellprozessen reduziert werden können. Blockchain fungiert als »Vertrauensschicht« zwischen den am Herstellungsprozess beteiligten Parteien, auf der verschiedene Anwendungen aufgebaut werden können.

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