Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Jahresbericht 2017
PDF

Sucht Daten im »Heuhaufen«:

Robert Trevino

(© Fraunhofer IPK / Ismaël Sanou)

»Ohne Qualität gibt es keine Produktion, ohne Produktion keine Qualität,« hatte Robert Trevino schon während seines Masterstudiums der Produktionstechnik und ersten Modulen zum Qualitätswesen an der TU Berlin festgestellt. Nur folgerichtig, dass er in seiner Abschlussarbeit Mikro- und Feingerätetechnik mit Qualitätswissenschaften kombinierte, um Produktionsprozesse vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen zu evaluieren und optimieren.

Am IWF der TU Berlin beschäftigt sich der wissenschaftliche Mitarbeiter vor allem mit der Datenanalyse für Logistikprozesse. Aktuell arbeitet er zusammen mit seinen Kollegen an einem Zuverlässigkeitsprojekt, in dem über die Nachverfolgbarkeit von Bauteilen die Qualitätssicherung und Risikobewertung in der Automobilindustrie verbessert werden soll. »Ein Fahrzeug besteht aus vielen Subsystemen, die aus zahlreichen Komponenten zusammengesetzt sind, die wiederum verschiedene, unterschiedlich stark gegliederte Bauteile enthalten. Die Information, wer was wann und wie produziert, existiert immer nur zwischen zwei Ebenen – dem Lieferanten und dem Kunden. Aber der Kunde ist wieder ein Lieferant für die nächste Ebene,« beschreibt Trevino die Komplexität des Vorhabens. 

Ziel der Wissenschaftler ist es deshalb, eine lückenlose Kommunikation von zuverlässigkeitsrelevanten Informationen zwischen Herstellern und Lieferanten über die gesamte Wertschöpfungskette zu erreichen. Das würde mehr Transparenz schaffen und ein frühzeitiges Erkennen und angemessenes Reagieren auf Schadfälle gewährleisten. »Die Arbeit mit Daten ist oft wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen – sehr aufwendig, aber auch sehr spannend«, sagt Trevino über seinen Forschungsalltag. Mut zu Kreativität und der Einsatz Künstlicher Intelligenz unterstützen ihn dabei.