Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Jahresbericht 2017
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NAREK – Digitalisierung und virtuelle Rekonstruktion des armenischen Gebetbuches

Die Fraunhofer IPK-Technologie der automatisierten virtuellen Rekonstruktion stößt schon seit längerem auf reges Interesse bei Altorientforschern und Archivaren, die sich davon einen wertvollen Beitrag zum Erhalt von Kulturgut sowie zur historischen Forschung und Aufarbeitung versprechen. Bereits 2016 hatte das Fraunhofer IPK eine Machbarkeits- und Konzeptstudie zur Digitalisierung und virtuellen Rekonstruktion von Handschriften des Mesrop-Maschtoz-Instituts, kurz Matenadaran, in Armenien durchgeführt. Das Ergebnis war eindeutig: Die am IPK entwickelten Methoden zur Digitalisierung und virtuellen Rekonstruktion beschädigter Dokumente können auch im Matenadaran zum Einsatz kommen.

Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie hatte sich ein besonderer Fall einer wertvollen Handschrift herauskristallisiert, deren Restaurierung von großer Bedeutung für das Matenadaran ist. Es handelt sich um eine der ersten überlieferten Abschriften des Gebetbuches Narek. Es stammt aus dem 13. bis 14. Jahrhundert und zählt als eine der wichtigsten Schriften des Heiligen Gregor von Narek zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Das Gebetbuch befand sich in einem relativ desolaten Zustand, der eine zeitnahe Restauration unabdingbar machte.

Die Rekonstruktion des Gebetbuches stellte eine besondere Herausforderung dar. Die Wahrscheinlichkeit passende Teile zu finden, wurde aufgrund der starken Schädigung der Fragmente als sehr gering eingeschätzt. Dennoch gelang es den Fraunhofer-Experten, mithilfe eines neu entwicklten Scanners und des ePuzzlers Teile des zerstörten Narek Gebetbuches virtuell zu rekonstruieren und somit die Vorarbeit für die physische Restaurierung zu legen.

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Bertram Nickolay

Tel. +49 30 39006-201

bertram.nickolay(at)ipk.fraunhofer.de