Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Jahresbericht 2017
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Wer nicht simuliert, baut zweimal:

Mario Epping

(© Fraunhofer IPK / Ismaël Sanou)

Die Neugier darauf, wie Dinge aufgebaut sind und wie sie funktionieren, hat Marion Epping früh geprägt. Sein Bachelor- und Masterstudium absolvierte er im Bereich Maschinenbau an der Beuth Hochschule für Technik – mit der Spezialisierung Konstruktionstechnik. Während eines Praktikums bei MTU Maintenance Berlin-Brandenburg widmete er sich einem speziellen Konstruktionsthema: dem optimalen Design technischer Reinigungskörbe für Turbinenschaufeln. Deren Variantenvielfalt geht in die Hunderttausende – eine Aufgabe also, die ohne digitale Technologien nur schwer lösbar war. Epping entschied sich dafür, die Schaufeln virtuell auf eine geometrisch gleiche Stückzahl zu reduzieren, zu vermessen und anhand der geometrischen Gleichheit Körbe zu entwickeln, die für eine Vielzahl von Schaufeln zur Reinigung geeignet sind. »Weil das rein analytisch nicht gelöst werden konnte, musste ich auf die Simulation zurückgreifen«, sagt Epping. 

Der simulationsbasierten Produktentwicklung blieb Mario Epping auch nach seinem Wechsel als studentische Hilfskraft an das Fraunhofer IPK treu. Heute arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter gleichzeitig an mehreren FuE-Vorhaben. Im Projekt »Flexmatik« unterstützt er die Entwicklung neuer Roboter, die für flexible Bearbeitungsaufgaben wie das Fräsen großer komplexer Strukturen geeignet sind. Ziel eines anderen Projekts ist es, ein System für Werkzeugmaschinenbediener anzubieten, welches mit Hilfe einer automatisierten Verschleißmessung die Überwachung und Überprüfung der gesamten Produktionsprozesskette übernimmt. Warum die Simulation der Grundstein erfolgreicher Prozesse ist, vermittelt Epping vor allem auch kleinen und mittelständischen Unternehmen im Rahmen eines Industrieworkshops. »Wer nicht simuliert, baut zweimal,« ist er überzeugt und berät Simulationsneulinge, wie sie teure Funktionsmuster vermeiden und Produkte trotzdem effizient überprüfen können, noch bevor sie entstehen.