Im Rahmen von ReTraNetz-BB entstehen Konzepte für Kreislaufwirtschaft bei Elektromotoren in Elektroautos.
Mit der Elektrifizierung der Mobilität gelangt eine steigende Anzahl von E-Motoren in Umlauf. Erreicht ein Elektroauto sein Lebensende, bedeutet dies aktuell auch das Aus für den E-Motor, obwohl dieser noch lange nicht am Ende ist. Deshalb sollten E-Motoren so ausgelegt werden, dass sie nach ihrem ersten Lebenszyklus effizient für eine weitere Lebensphase aufbereitet werden können. Die Kreislaufwirtschaft propagiert diese Herangehensweise zwar für jedes erdenkliche Produkt, bei Elektromotoren ist sie aber besonders interessant, weil viele wertvolle Rohstoffe darin verbaut werden.
Schätze im Gehäuse
Der typische Elektromotor umfasst mehrere Grundkomponenten, mit zwei Hauptmodulen im Zentrum: Stator und Rotor. Der Stator enthält Wicklungen, die in der Regel aus Kupfer bestehen und an eine Wechselstromversorgung angeschlossen sind. Sie erzeugen ein rotierendes Magnetfeld, mit dem der Rotor angetrieben wird – so wird Bewegung herbeigeführt. Insbesondere Synchronmotoren verwenden Permanentmagnete, die in den Stahlrotor eingebettet sind, um das Magnetfeld konstant zu halten.
Neben Stator und Rotor umfasst ein E-Motor weitere wichtige Bauteile. Hierzu gehören die Welle zur Kraftübertragung auf den Antriebsstrang, Lager für den
sicheren Betrieb der Welle sowie das Gehäuse, das Schutz bietet und für die Wärmeableitung sorgt. Und alle diese Teile eint, dass sie aus wertvollen Metallen bestehen.
Materialien moderner Elektromotoren sind hauptsächlich Gusseisen, Stahl, Aluminium und Kupfer. Bei Permanentmagnet-Synchronmotoren kommen zusätzlich Magnete zum Einsatz, die eine Vielzahl von Metallen Seltener Erden enthalten – darunter Hartferrite, Alnico, Samariumkobalt und Neodym-Eisen-Bor. Diese sind in der globalen Lieferkette mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Je weniger von den Materialien benötigt wird, desto geringer ist die Abhängigkeit der Fahrzeughersteller von Zulieferern.
Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik