Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

05/2003: Schlesinger-Preis 2003 verliehen

Schlesinger-Preis 2003 an Professor em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. mult. Hans Kurt Tönshoff, Universität Hannover, und an Professor em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Manfred Weck, RWTH Aachen, verliehen.

Mit dem Georg-Schlesinger-Preis werden alle drei Jahre herausragende Wissenschaftlerpersönlichkeiten geehrt, deren umfassendes Lebenswerk - in der Tradition Georg Schlesingers - in einem gesellschaftlichen und humanitären Bezug steht. Die Preise in Höhe von je 3800 Euro werden von der TSB Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin gestiftet, die sich für die Förderung innovativer Technologien und deren Anwendung engagiert. Georg Schlesinger war 1904 als ordentlicher Professor auf den ersten deutschen Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen, Fabrikanlagen und Fabrikbetriebe an der Königlich Technischen Hochschule zu Berlin berufen worden. Er begründete die moderne wissenschaftliche Forschung auf den Gebieten der Fertigungstechnik, der Werkzeugmaschinen und der Betriebswissenschaft. Darüber hinaus wirkte er sehr früh in wissenschaftlicher Weise auf dem Gebiet der Arbeitswissenschaft und Medizintechnik. Im Jahr 1933 wurde Schlesinger aufgrund seiner jüdischen Abstammung von den Nationalsozialisten inhaftiert. 1934 emigrierte er mit seiner Familie. Nach Aufenthalten in der Schweiz und in Belgien gelangte er 1939 nach England. Dort baute er ein Forschungslaboratorium für die englische Gesellschaft der Produktionsingenieure auf, das er bis 1944 leitete. Georg Schlesinger verstarb 1949 in England. Beide diesjährigen Preisträger gehören zu den international renommiertesten und erfolgreichsten akademischen Lehrern und Forschern auf dem Gebiet der Produktionstechnik. Sie haben in ihren Fachgebieten durch außergewöhnliche Leistungen richtungsweisende Impulse in der Tradition Georg Schlesingers gesetzt. Professor Hans Kurt Tönshoff erhält die Auszeichnung für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der spanenden und abtragenden Fertigungstechnik und der Charakterisierung von Oberflächen- und Randzoneneigenschaften. Professor Tönshoff hat durch seine Tätigkeit in nationalen und internationalen Gremien maßgeblichen Anteil an der Stärkung der Produktionswissenschaft innerhalb der deutschen und weltweiten Forschungslandschaft. Professor Manfred Weck wird für seine Beiträge zur Entwicklung innovativer und effizienter Werkzeugmaschinen geehrt. Als einer der ersten Forscher hat er das Potenzial von Parallelkinematiken erkannt und deren Entwicklung forciert. Die von Professor Weck entwickelten Konstruktionsmethodiken stechen ebenso heraus wie die Verknüpfung von Informations- und Produktionstechnik, die die Grundlage für standortsichernde Vorsprünge in der Automatisierung von Produktentstehungsprozessen bildet.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Claudia Schiebold
Tel.: +49 (0) 30 / 3 90 06-1 40
Fax: +49 (0) 30 / 3 90 06-3 92