Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Deutscher Mobilitätspreis 2017

InREAKT als Leuchtturmprojekt für intelligente Mobilität ausgezeichnet

Die Initiative »Deutschland – Land der Ideen« und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gaben am 29. Juni die zehn Gewinner der diesjährigen Best-Practice-Phase des Deutschen Mobilitätspreises bekannt. Zu den Preisträgern gerhört das Projekt InREAKT, eine Kooperation von STUVA – Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen e. V., VBK – Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH, INIT Innovative Informatikanwendungen in Transport-, Verkehrs- und Leitsystemen GmbH, Fraunhofer IPK, Infokom – Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH sowie Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Psychologisches Institut.

InREAKT sorgt für ein verbessertes Notfall-Management im ÖPNV sowie ein gesteigertes Sicherheitsempfinden. Gewalt, Sachbeschädigungen und Vandalismus können dazu führen, dass sich Fahrgäste bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel – besonders nachts – unwohl fühlen oder diese ganz meiden. Und auch Mitarbeiter von Verkehrsunternehmen können in sicherheitskritische Situationen oder medizinische Notfälle geraten. Einem effektiven Notfall-Management kommt deshalb eine große Bedeutung zu, um das Vertrauen in den ÖPNV zu stärken. Dieses Ziel verfolgt das System InREAKT, das in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt entwickelt wurde.

Kernidee ist der IT-gestützte Ablauf einer integrierten Hilfe-Reaktionskette, die aus folgenden Elementen besteht: Erkennen eines hilfebedürftigen Menschen, Melden einer erkannten Situation, Verständigen von Reaktionskräften und Intervenieren am Ereignisort. Das Projekt baut dabei voll auf digitale Technik: Zum Einsatz kommen beispielsweise eine optische Sensorik zur Erkennung der Situation, ein softwarebasiertes Ereignis-Management-System mit Handlungsempfehlungen, das die Leitstelle des Verkehrsunternehmens unterstützt, und eine speziell programmierte Mitarbeiter-App. Das Fraunhofer IPK setzt Tiefen- sowie RGB-Sensoren zur optischen Erfassung, Selektion und Klassifizierung von Szenen in einem festgelegten Segment eines Fahrzeugs oder einer Haltestelle ein. Dabei erfolgt eine Online-Zustandserfassung der Aufnahme (ein sog. Bildframe) sowie eine Zustandsanalyse von Folgeframes, bei der nach Ähnlichkeiten mit offline festgelegten Posenfolgen, Bewegungsmustern und Szenen gesucht wird. Alle technischen Arbeiten wurden durch interdisziplinäre gesellschaftswissenschaftliche Begleitforschung unterstützt, um die Akzeptanz bei Fahrgästen zu gewährleisten.

Deutschlandweit bewarben sich rund 170 Start-ups, Unternehmen, Verbände und Forschungsinstitutionen um die bundesweite Auszeichnung. Mit dem Deutschen Mobilitätspreis machen die Initiative »Deutschland – Land der Ideen« und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur intelligente Mobilitätslösungen und digitale Innovationen öffentlich sichtbar. Im Mittelpunkt 2017 standen Projekte, die Mobilität sicher und zuverlässig gestalten.

Stolze Preisträger: die Partner des Projekts InREAKT, unter ihnen Dr. Bertram Nickolay und Dr. Aki Zaharya Menevidis (3. u. 5. v. l.) vom Fraunhofer IPK. Ganz rechts: Juryvorsitzende Dorothee Bär, MdB und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, links im Bild Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative »Deutschland – Land der Ideen«. (© Deutschland – Land der Ideen/Bernd Brundert)