Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Prozesse transparent machen

Damit ein flexibles Prozessnetz nicht zu Chaos führt, ist die wichtigste Maßgabe: Zu jeder Zeit den Durchblick behalten. Daher beginnt flexible Produktionsorganisation beim Management. Sollen Prozesse anpassbar sein, ohne dass der Verwaltungsaufwand die Produktion unwirtschaftlich macht, brauchen Unternehmen eine dynamische Schaltzentrale, über die jeder Mitarbeiter unmittelbar und aufgabengerecht erfährt, was er wann zur Erfüllung eines Auftrags beizutragen hat. Diese sollte einerseits auf der Management-Ebene ein zuverlässiges Monitoring sämtlicher Prozesse ermöglichen und einen detaillierten Überblick bieten, welcher Auftrag sich in welchem Bearbeitungsstadium befindet. Andererseits sollten sich daraus für alle Mitarbeiter anschauliche und in Echtzeit aufbereitete Informationen über die für sie relevanten Aspekte jedes Auftrags ableiten lassen. Während sie damit arbeiten, sollten die Prozessfortschritte automatisiert dokumentiert sowie Daten für nachfolgende Auftragsphasen und die mit ihnen betrauten Mitarbeiter generiert werden.

Das Industry Cockpit des Fraunhofer IPK, das in Kooperation mit dem MES-Hersteller Pickert & Partner aus Karlsruhe entwickelt wurde, erfüllt diese Anforderungen. Es bildet die erste Station des Hannover Messe-Exponats. Mit seiner Hilfe lässt sich ein flexibles Prozessnetz zuverlässig überwachen und steuern. Das Cockpit bündelt modellbasiert sämtliche im Unternehmen verfügbaren Informationen und Prozesse. So können sie punktgenau überwacht und anschaulich nachvollzogen werden. Damit ist jederzeit eine exakte Übersicht über die Gesamtsituation des Betriebs gewährleistet – über sämtliche Prozesse ebenso wie über den Zustand der Fertigungsanlagen.

Aus dieser Datenbasis lassen sich automatisch individuelle Sichten und Dashboards für jeden Mitarbeiter ableiten. Shop Floor Mitarbeiter, Schichtleiter, Vertriebsmitarbeiter und Manager erhalten diese Informationen direkt an ihrem Arbeitsplatz. Bei der Arbeit mit den Daten wird jeder Mitarbeiter zum »Prozess-Controller« für seinen Verantwortungsbereich. Während er seine Aufgaben verrichtet, passt das Cockpit die Informationen für alle weiteren von seiner Arbeit beeinflussten Prozessteile automatisiert an. So wird einerseits die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen gefördert: Jeder Mitarbeiter bleibt in seiner Disziplin und tut, was er am besten kann – gleichzeitig sieht er die Auswirkungen seiner Entscheidungen. So kann Prozessverantwortlichkeit gelebt werden. Andererseits wissen leitende Ebenen zu jeder Zeit genau über den Gesamtstatus des Unternehmens und seiner einzelnen Aufträge Bescheid.