Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Modulare Shopfloor IT

Komplexe IT-Architektur aus einfachen Bausteinen

Kundenauftrag: Produkt und Prozess ändern!
Ein Unternehmen produziert Kunststoffbauteile, tausendfach pro Tag in fixer Konfiguration. Auf Wunsch eines Kunden sollen sie nun anders aussehen, dicker, dünner, kleiner, aus anderem Material oder – so zeigen wir es auf der Messe – individuell beschriftet. Solche scheinbar trivialen Änderungen haben oft Konsequenzen auf allen Fabrikebenen, von der Überwachung im Leitstand bis zur Ansteuerung von Maschinen. Heute müssen Produkt- und Prozessänderungen aufwendig in alle beteiligten Systeme einprogrammiert werden. Auftragsbezogene Änderungen sind daher aus Zeit- und Qualitätsgründen unbeliebt.

Statt Programmieren Module kombinieren
Die modulare Shopfloor IT erleichtert solche Änderungen enorm. Sie dockt an die Steuerung von Geräten an und öffnet sie für Zugriff von außen. So können sie in übergeordnete Systeme eingebunden werden. Prozessänderungen können dann nicht mehr nur von Mensch zu Mensch, sondern IT-technisch weitergegeben werden – etwa von der Auftragsannahme in die Fertigung. Die Software folgt dem Steckbaustein-Prinzip: Auch wenn der Maschinenpark einer Fertigung inhomogen ausfällt, ähneln sich die Steuerungs- und Regelungsaufgaben der einzelnen Einrichtungen. Das erlaubt es, mit wenigen Modulen die komplette Wertschöpfungskette eines Unternehmens abzubilden.

Um die Änderung am Kunststoffbauteil umzusetzen, werden Shopfloor IT-Module neu kombiniert, wobei die notwendigen Produktionsparameter direkt übergeben werden. Wird zudem ein Cockpit eingebunden – wie wir es auf der Hannover Messe 2015 und 2016 gezeigt haben – können Prozessdaten für auftragsspezifische Auswertungen abgerufen werden. 2017 wird das Gesamtsystem erstmals mit einem flexiblen Performance-Board kombiniert, das die Datenauswertung direkt mit Optimierungsmaßnahmen verknüpft.

Was haben Sie davon?

Die modulare Shopfloor IT ist ein Beispiel für einfache, aber wirksame Lösungen, die sich schnell realisieren lassen. Sie setzen bei vorhandenen Technologien an??– das senkt die Hemmschwelle zur Einführung von Industrie 4.0 und macht dip auch für KMU interessant.