Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Fraunhofer IPK auf der Hannover Messe 2017

Tempo! Tempo!

Tendenz: Das individuelle Produkt
»Von der Stange« hat ausgedient. Heute fahren viele Unternehmen für jeden Kunden oder gar jeden Auftrag eigene Prozesse – mit jährlichen Wiederholraten von zum Teil 1,3. Dabei sind die Herstellung eines Turnschuhs mit vom Kunden bestimmter Farbe und Verzierung oder die personalisierte Zusammenstellung einer Auto-Ausstattung noch leichte Übungen. Systemzulieferer stehen regelmäßig vor ganz anderen Herausforderungen: Ihre Kunden ordern Bauteile aus Werkstoffen, die der Hersteller üblicherweise nicht verarbeitet, oder benötigen Prüfzertifikate, die nicht Teil des Standard-Produktionsablaufs sind.

Wenn das Uhrwerk ins Stocken gerät
Solche Spezialbedarfe stellen die Wirtschaftlichkeit von Produktionsabläufen auf eine harte Probe. Denn das Problem ist: Sie kosten Zeit. Serienprozesse funktionieren wie ein Schweizer Uhrwerk: Ein Auftrag kommt und jeder weiß, was zu tun ist. Von der Materiallogistik bis zum letzten Fertigungsschritt greift ein Prozessschritt zuverlässig in den nächsten. So werden schnelle Durchläufe erreicht. Das ist bei individualisierten Aufträgen nicht so einfach, denn der Abstimmungsbedarf ist ungleich höher. Beim Sonderwerkstoff muss geprüft werden, ob die vorhandenen Maschinen ihn bearbeiten können, wo man ihn einkauft – und in welcher Reihenfolge man vorgeht, wenn nicht vorab feststeht, wer wann was macht. Das macht individuelle Produkte in der Herstellung teurer als Serienmodelle.

Dem Fließband Konkurrenz machen
Die Vorteile des individuellen Produkts lassen Kunden zwar ein gewisses Maß an Mehrkosten akzeptieren – doch wirtschaftlich wird flexible Fertigung vor allem, wenn sie schneller und günstiger wird als bisher, damit in der Summe Tempo und Kosten mit denen von Serienabläufen vergleichbar bleiben. Doch wie schafft man das?

Anpassung? Läuft!

Die Lösung: Digital integrierte Produktion!
Industrie 4.0 oder digital integrierte Produktion (dip) bietet tausend verschiedene Ansätze für die Aufgabe »Tempo erhöhen, Kosten senken«. Das Spektrum der Optio­nen reicht von punktuellen Einzelmaßnahmen bis zu Gesamtstrategien, die das komplette Prozessnetz eines Unternehmens restrukturieren. Egal mit wieviel Aufwand Sie Ihre Produktion flexibel und flott machen möchten, das Fraunhofer IPK unterstützt jede Ausbaustufe mit maßgeschneiderten Lösungen. Wie das gehen kann, zeigen wir auf der Hannover Messe 2017.

HM 2017: Wir produzieren Flexibilität
Eine Kunststoffbauteil-Fertigung läuft dank integriert modularer Produkt-, Produktions- und IT-Architektur, Smart Data und Steuerungstechnik aus der Cloud schnell und günstig durch, auch wenn zentrale Produkt­parameter geändert werden. Die Technologien sorgen einerseits für Tempo: Modulare Shopfloor IT verknüpft die Fertigungs-Einrichtungen flexibel zu neuen Prozessketten, fertig für die Abarbeitung des spezifischen Auftrags. Verlagert man zugleich die Maschinensteuerung in die Cloud, verbessert sich der Zugriff: Software wird zentral gebündelt, damit wird die Wartbarkeit gefördert und Änderungen können schnell umgesetzt werden. Derweil überführt Smart Data Maschinendaten in einen digitalen Zwilling, der Produkt- und Prozessvarianten im laufenden Betrieb auf Machbarkeit prüft. All das senkt andererseits die Produktionskosten.