Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

 

Derzeit nehmen weniger als eine Milliarde Menschen bereits mehr als vier Fünftel der global verfügbaren Rohstoffe in Anspruch. Übertragen auf die Gesamtbevölkerung von sieben Milliarden Menschen, stellt dies eine Gefährdung des friedlichen globalen Zusammenlebens dar. Eine Verbesserung des Wohlstands und der Gesundheit sollte daher durch das Schaffen eines gemeinsamen Verständnisses von Lehren und Lernen für die globale Gemeinschaft erzielt werden. Nachhaltigkeit ist nicht zuletzt damit eine dringende Voraussetzung und Herausforderung für die zukünftige Entwicklung und das Überleben der Menschheit auf der Erde geworden. Dabei wird Nachhaltigkeit hier im Rahmen der ökologischen, der wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen interpretiert. Wenn die existierenden, vorherrschenden Technologien weiterhin die Lebensgewohnheiten von sich entwickelnden und entwickelten Gemeinschaften gestalten, kann davon ausgegangen werden, dass der Ressourcenverbrauch jegliche ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Limitationen überschreitet.

Mit dem Sonderforschungsbereich (SFB) 1026 werden auf verschiedenen wissenschaftlichen Ebenen die Einflussnahme der Nachhaltigkeit auf die Produktionstechnik und deren Technologien erforscht. Der SFB 1026 gliedert sich in drei Projektbereiche, die: A strategisch, B technologisch und C implementierend zu einer nachhaltigen Produktion beitragen. Des Weiteren eint ein informationstechnisches Infrastrukturprojekt, ein Projekt für die Öffentlichkeitsarbeit und ein Graduiertenkolleg die Forschergemeinschaft. Das Teilprojekt „B1 - Virtuelle Produktentstehung in nachhaltigen Wertschöpfungsnetzen“  hält eine Sonderstellung unter den Teilprojekten inne. Es forscht als einziges Teilprojekt für den SFB 1026 an der Produktentstehung nachhaltiger Produkte. Für deren globale Verfügbarkeit ist es notwendig, die Produkte vorausschauend unter Einbezug aller Lebensphasen zu entwickeln. Unzählige Informationen zu Prozessen müssen dafür eingeholt und deren Einflüsse abgeschätzt werden. Das macht die Produktentwicklung noch komplexer, als sie es ohnehin schon ist. Das Teilprojekt entwickelt ein Assistenz-System, das den Entwickler beim Abwiegen seiner nachhaltigen Design-Entscheidungen unterstützt und die dafür notwendigen Informationen zusammenführt. Mit neuen methodischen Herangehensweisen können beispielsweise Produkte durch den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen umweltverträglicher gestaltet, deren Sozialverträglichkeit im Gebrauch durch frühe Ergonomie-Betrachtungen erhöht und durch ihre modulare Bauweise schneller an Lebensumstände weltweit angepasst werden.

Ziel des Sonderforschungsbereichs 1026 ist es zu demonstrieren, wie sich nachhaltige Produktion, eingebettet in die globale Wertschöpfung, als richtungweisend bewährt. Demnach sollen nicht nachwachsende Rohstoffe in ökologischer Hinsicht wiederaufbereitet werden. So kann beispielsweise wiederaufbereitetes Material erneuten Produkt- und Materialzyklen zugeführt werden. Wirtschaftlich betrachtet kann der Wohlstand in den verschiedenen Lebenswelten verbessert werden, in dem die Verfügbarkeit bzw. Dienstleistung mit dem Produkt verknüpft angeboten wird.

In der Zukunft muss geklärt werden, welche der eingesetzten Technologien und Methoden in der Praxis den größtmöglichen Nutzen erzielen. Zur Erforschung des Themas müssen zukünftig EU-weite Förderprogramme eingerichtet werden. Eigens dafür wurde ein EU-gefördertes Forschungsprojekt mit dem Namen REViSITE aufgesetzt. REViSITE (Roadmap Enabling Vision and Strategy in ICT-Enabled Energy Efficiency) erarbeitet den Forschungsbedarf. Damit werden Ausschreibungen für zukünftige EU-Forschungsprojekte definiert und empfohlen. Fokussiert werden die Bereiche Stromnetze, Produktionstechnik, Gebäude und Beleuchtung.

Ihr Ansprechpartner für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Geschäftsfeld Virtuelle Produktentstehung ist Dr.-Ing. Kai Lindow.