Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

SPIDER-WIN – Supply Information Dynamic Exchange and Control by Web-based Interaction Network

SPIDERWIN

Auftraggeber:

European Commission (IST D5 ICT for Business; Project ID 507 601)
Projektpartner: Joinet (I), Ducati Motor Holding (I), SISTEPLANT (ES), FIBERTECNIC (ES), Politechnika Warszawska (PL),, Wytwórnia Sprzetu Komunikacyjnego "PZL-Swidnik" (PL), Bentivogli (I), P.M. (I), C.I.A.P. Costruzione Italiana Apparecchi Precisione (I)
Laufzeit: 32 Monate
Inhalt: Kleinere und mittelständische Unternehmen verfügen häufig über stabile, langfristig angelegte und bewährte Lieferbeziehungen. Die Herausforderung besteht in der effizienten Abwicklung der Lieferkette im täglichen Betrieb, da die Unter-nehmen in mehrere solcher Ketten eingebunden sind und daher keine einheitliche ERP-Systemwelt zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass häufig auch kleine Unternehmen Teil dieser Netze sind, deren Datenhaltung in Qualität und Umfang eine exakte Planung nicht zulässt. Die Herausforderung liegt insbesondere in der Abstimmung nicht direkt benachbarter Ketten-Elemente. Die gezielte Vorhersage von Lieferproblemen sowie die Weiterleitung von Informationen über den voraussichtlichen Bedarf sind für das Gelingen wesentlich. In dem vom Fraunhofer IPK geleiteten Projekt SPIDER-WIN (www.spider-win.de) wurde die gleichnamige Plattform entwickelt, die als Application Service Provider (ASP) die Informationen von allen Gliedern der Supply Chain sammelt, vergleicht, den Auftragsstatus pflegt und entsprechende Informationen gezielt an die betroffenen Unternehmen weiterleitet.
Für die Entwicklung SPIDER-WIN Plattform, einschließlich der dafür erforderlichen Geschäftsprozesse und Berechnungsmethoden war ein wesentlicher Schritt, einen hinreichend allgemeingültigen Workflow, der auf der Plattform implementiert werden kann, zu definieren. Die Bestimmung dieses Workflows erfolgte mit Hilfe einer Feldstudie in drei Schritten:
  • Analyse der Supply Chain-Geschäftsprozesse von geeigneten Unternehmen in drei Liefernetzwerke in der Emilia Romagna (Italien), im Baskenland (Spanien) und in Mazovia (Polen)
  • Ermittlung der Daten, die in den Unternehmen verfügbar sind oder mit akzeptablem Aufwand verfügbar gemacht und gepflegt werden könnten,
  • Spezifikation eines »General Enterprise Model« (GEM), das einerseits zur Definition des vom ASP zu unterstützenden Workflows dient und andererseits die Bestimmung von unternehmensspezifischen Abweichungen ermöglicht.
Die SPIDER-WIN-Plattform, die als ASP betrieben wird, deckt drei Hauptfunktionen ab: »Collaboration and Negotiation« wickelt die eigentlichen Auftragsprozesse zwischen zwei Partnern ab und vermittelt zugeordnete Dokumente. »Propagation« stellt Informationen über Bedarfsänderungen stromaufwärts bereit und gibt Zulieferern frühzeitig Informationen über erwartbare Änderungen. Und »Prediction« signalisiert vermutete Probleme bei der Bedienung des Bedarfes (stromabwärts) und überspringt dabei analog eine oder mehrere Ebenen der Kette des Moduls Propagation.
Beitrag in FUTUR 2-2005