Fraunhofer IPK
Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik
Öffentliche Forschungsvorhaben
BMBF ForMaT openOR Projekt | BMBF InnoMed Orbit Projekt
BMBF ForMaT openOR Projekt
Das Ziel des Vorhabens openOR besteht darin, chirurgische Operationen auf dem höchstmöglichen Informationsniveau durchzuführen. openOR ermöglicht den Zugriff auf diagnostische Daten während der Intervention und die bislang fehlende Interoperabilität zwischen den chirurgischen Assistenzsystemen, Patientendatenbanken und der klinischen Ressourcenplanung. Damit wird ein neuer Markt für die herstellerunabhängige Nutzung medizinischer Informationen erschlossen, der in etablierten Märkten neue Wachstumspotenziale eröffnet und technologische Innovationen neuer Marktteilnehmer auslöst.
Humanmediziner und die medizintechnischen Disziplinen sind sich darüber einig, dass der zielführende methodische Ansatz zur Gewährleistung der Interoperabilität darin besteht, für jede Eingriffsart einen verlässlichen, überprüfbaren Ablaufplan zu erstellen, der nicht nur den Chirurgen, sondern auch das nichtärztliche Personal einbezieht.
An dieser komplexen Problemstellung setzt das beantragte Vorhaben openOR an, indem es das Ziel verfolgt, eine Software-Plattform für chirurgische Interventionen zu entwickeln und am Markt zu etablieren, die:
- patientenindividuelle Bilddaten so aufbereitet, dass „Überraschungen“ während der Operation minimiert werden. Dies gelingt durch eine erstmalige Integration von verschiedenen Forschungsgebieten, Diagnosetechniken und Applikationen im gesamten Prozess (Diagnose, OP-Ablauf, Nachsorge).
- die chirurgische Intervention anhand patientenindividueller Daten vor der Operation planen und simulieren kann. Dieses Verfahren würde es ermöglichen, zusätzliche Operationen zu vermeiden, indem dem Chirurgen intelligentere Bildgebungsverfahren zur Verfügung gestellt werden.
- die Einhaltung des Operationsplans durch Integration bildgebender Systeme in den OP-Ablauf unterstützt, um Fehler zu verhindern und Korrekturoperationen zu minimieren.
- den Transfer von leistungsfähigen Algorithmen aus der akademischen Forschung in die kommerzielle klinische Anwendung erstmals ermöglicht. Dies geschieht durch die Vorgabe einer Entwicklungsstruktur im Rahmen der angewandten innovativen Framework-Konzeption.
Die Prozessoptimierung reduziert die Kosten im Gesundheitswesen und die herstellerunabhängigen offenen Schnittstellen senken die Hürden für einen erfolgreichen Technologietransfer aus der klinischen Forschung in die industrielle Verwertung.
Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung durch das Förderprogramm ForMaT unterstützt.

Prof. Dr.-Ing.
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