Fraunhofer IPK

Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

BMBF InnoMed ORBIT Projekt

Bei komplexen chirurgischen Eingriffen ist die intraoperative 3D-Röntgenbildgung eine wesentliche Maßnahme zur Kontrolle des Verlaufs und des Ergebnisses der Operation. Bislang existiert jedoch kein System, das den speziellen Anforderungen der Chirurgen entspricht und durchgängig zum Einsatz kommt.

Konventionelle 3D-Röntgenbildgebungssysteme, wie Computertomographen und 3D C-Bögen, umschließen den Patienten bei der Bildaufnahme vollständig mit einer kreisförmigen Bewegung von Röntgenquelle und Detektor. Solche Systeme eignen sich nicht für den Einsatz am Operationstisch. Durch ein neues Bildaufnahmekonzept mit freiem Patientenzugang, verbesserter Handhabung und geringer Beeinflussung des bestehenden chirurgischen Arbeitsablaufs kann die routinemäßige Anwendung der intraoperativen 3D-Bildgebung gesichert werden.

Bei dem neu entworfenen Bildaufnahmekonzept bewegt sich die Röntgenquelle kreisförmig ausschließlich oberhalb des Operationstisches. Dieses mit einem Labormuster untersuchte und bestätigte Bildaufnahmekonzept ermöglicht ein kompaktes, modulares Systemkonzept, gewährleistet die mobile Einsetzbarkeit und sichert die barrierefreie Integration in den OP. Es führt systemimmanent zur Reduzierung von Metallartefakten und Strahlenbelastung.

Das entwickelte Systemkonzept besteht aus drei Modulen:

– einem mobilen Gelenkarm mit steuerbarer Röntgenquelle
– einem digitalen Flachbilddetektor, der direkt auf dem Patiententisch positioniert wird
– einer mobilen Bildbetrachtungseinheit.

Das Vorhaben wurde beim Innovationswettbewerb Medizintechnik 2007 ausgezeichnet und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.